100 jaar naturlig nodig
Vor einhundert Jahren wurde am 21. November 1924 die Nijmeegsch Bagger- en Aannemersbedrijf (Niba) vom deutschen Unternehmen Hülskens in Wesel, NRW, gegründet. Ziel war es, Kies und Sand zu gewinnen, zu verkaufen sowie Bagger- und Baumaschinen zu betreiben und zu vermieten. Als Teil des Hülskens-Firmenverbandes war und ist die Niba N.V. bis heute für die Gewinnung und den Verkauf in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich zuständig.
Zu Beginn führte die Niba, ähnlich wie Hülskens am Neiderrhein auf der Deutschen Seite, zahlreiche Baggerarbeiten durch, um die niederländischen Flüsse schiffbar zu halten. So entstand 1926 ein Kanal für eine Schleuse in Zeeland, ein Jahr später ein Kanal zwischen der Oude Maas und der Mallegat bei Dordrecht. In den 1930er Jahren war die Niba unter anderem am Ausbau der Maas bei Ravenstein, nördlich von Nimwegen, beteiligt.
Als die Gefahr eines Krieges mit Deutschland Ende der 1930er Jahre wuchs, drängten die Niba-Beauftragten zunehmend auf eine konservative Unternehmenspolitik. Während der Besatzung wurde die niederländische Sand- und Kiesproduktion unter deutsche Kontrolle gebracht. Alle Verkäufe wurden in der N.V. Grindverkoopkantoor zentralisiert, die von Niba-Kommissar J.H.J. Zuidema geleitet wurde. 1942 verhängte die deutsche Besatzungsmacht einen allgemeinen Baustopp für alle nichtmilitärischen Projekte. Praktisch die gesamte niederländische Sand- und Kiesproduktion wurde in den Dienst der deutschen Militärbauindustrie gestellt.
Nach dem 2. Weltkrieg enteignete das „Nederlandse Beheerinstituut“ das gesamte deutsche Vermögen in den Niederlanden als Entschädigung für die erlittenen Kriegs- und Besatzungsschäden. In den 1950er Jahren wurde die Niba wieder als "Schwesterfirma" an den Hülskens Firmenverband angegliedert.
In dieser Zeit stieg die Nachfrage nach Beton sprunghaft an. Der Wiederaufbau wurde von der niederländischen Regierung zentral koordiniert, Sand- und Kiesproduzenten wurden angewiesen, eng zusammenzuarbeiten, immer größere Flächen wurden zugunsten der nationalen Baustoffversorgung erschlossen. Nach und nach kam die Idee auf, die so entstandene Landschaft auch sinnvoll zu nutzen. So wurden im Norden Limburgs Leukermeer und Reindersmeer fertiggestellt, nachdem Niba und andere dort Kies und abgebaut hatten. Seit 1999 sind diese Seen Teil des Nationalparks De Maasduinen.
In den frühen 2000er Jahren wurden, auch infolge der Übernahme von Van Waning’s Zandzuigerij, Genehmigungen für die kollektiven Projekte Grensmaas, Over de Maas, Geertjesgolf und Lobberden und das individuell entwickelte Projekt in Reuver erteilt.
In 2015 übernahm Niba die SDH Holding B.V. in Nimwegen, deren Geschäftstätigkeiten in enger Zusammenarbeit mit Hülskens erfolgreich in die NV Huco integriert wurde. Infolge dieser Übernahme erweiterten Niba/Hülskens Produktionsstätten auch in Belgien und verstärkte so den Marktanteil in den Benelux-Ländern. Durch das Joint Venture 2024 mit der belgischen DeCloedt-Gruppe im norwegischen Eikefet stellt sich die Niba N.V. gut für zukünftige Herausforderungen hinsichtlich der Versorgung heimischer Märkte mit mineralischen Rohstoffen auf.